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KAPRUN: WAR TOD VON 155 MENSCHEN KISMET? |
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| Besonders brisant waren die Ausführungen von Staatsanwältin Dr. Eva Danninger-Soriat aus Salzburg, die im Kaprun-Prozess die Staatsanwaltschaft vertreten hatte und erstmals vor breiter Öffentlichkeit das katastrophale Bergbahnunglück in Kaprun in allen Details beleuchtete. | |||
| Die Staatsanwältin legte zunächst auf pragmatische Weise eine umfassende Bestandsaufnahme der Ereignisse vor, um am Ende ihres Vortrags gesetzliche Schwachstellen des österreichischen Rechtssystems aufzuzeigen: Sie wünsche sich künftig ein auf Katastrophenfälle zugeschnittenes Ermittlungs- und Gerichtsverfahren. Weiters sollten Katastrophenereignisse solchen Ausmaßes in die Zuständigkeit eines Schöffengerichtes fallen. Zusätzlich müssten – ähnlich wie bei Jugendgerichtsverfahren, wo Pädagogen als Laienrichter bei gezogen werden – technisch versierte Sachverständige bei derartigen Katastrophen in das Verfahren integriert werden. Es sei bedauerlich, dass aus der Katastrophe bisher noch keine Konsequenzen gezogen worden seien. | |||
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| Beispiel „Fahrzeug“: Die Aussage, dass das Fahrbetriebsmittel einer Standseilbahn kein (!!) Fahrzeug sei, bedürfe keiner weiteren Erläuterung. | |||
| Beispiel „Gefährdung Brand“: Die Aussage des Gerichts, dass das Gefährdungsbild eines Brandes in einem Fahrbetriebsmittel auch international nicht bekannt gewesen sei, wäre seiner Meinung nach absolut falsch. | |||
| Beispiel „Heizlüfter“: Völlig absurd sei die Argumentation des Gerichts, wenn das ausdrücklich ausgesprochene Verbot in der Gebrauchsanleitung, „darf nicht in Fahrzeuge eingebaut und dort betrieben werden“, als „sicherheitstechnisch nicht relevant“ eingestuft werde. | |||
| Die im Vortrag von Dr. Bernd R. Beier getätigten Ausführungen beruhen auf intensiven Diskussionen und Erläuterungen mit Prof. Vincent M. Brannigan, Law-Rofessor für Rechtsfragen des Brandschutzes im Departement of Fire Protection Engineering der University of Maryland, USA, der ebenfalls auf der Tagung anwesend war. | |||
| Von einem „Dominoeffekt“ sprach abschließend im Zusammenhang mit der Kaprun-Katastrophe der Präsident des Brandschutzforums Austria, OSR Univ.-Lektor Dr. Otto Widetschek. Dabei seien vor allem von den Sachverständigen plausibel kausale Zusammenhänge auf Haar sträubende Weise ausgeklammert worden. | |||
| Rund 270 Brandschutz- und Sicherheitsexperten aus Österreich, Deutschland, Italien und Slowenien nahmen an der Tagung teil. Neben Dr. Eva Danninger-Soriat, Dr. Bernd R. Beier und Prof. Vincent M. Brannigan trugen weitere hochkarätige, international angesehene Referenten beim Brandschutzsymposium in Graz vor. | |||
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Christof Oswald |
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