BRANDSCHUTZ - UND SICHERHEITSFIBEL 2008

 

Der Brandschutz als Existenzfrage

Die speziellen Gefahren und die weit reichenden Folgen eines Brandes werden von manchen Unternehmen heute immer noch massiv unterschätzt. Denn nach einem Brand hängt die Zukunft eines Betriebes oft am sprichwörtlich seidenen Faden. Eine brandheiße Studie aus Deutschland kam in diesem Zusammenhang zum dramatischen Ergebnis, dass sage und schreibe 43 Prozent der von einem Großbrand betroffenen Institutionen Insolvenz anmelden mussten.

Die von diesem wirtschaftlichen Niedergang verschonten Firmen büßten jedoch ihre Bonität ein und verloren Kunden und große Marktanteile. Und nach nur drei Jahren waren weitere 28 Prozent der Unternehmen ebenfalls vom Markt verschwunden. Mit anderen Worten: Dreiviertel der von einem Großbrand betroffenen Unternehmen überlebten ein derartiges Desaster nicht!

Die Konsequenz daraus ist eindeutig und klar: Nur durch eine ständige Qualitätssicherung im Bereich des Brandschutzes kann im Ernstfall eine derartige katastrophale Entwicklung verhindert werden. Das Brandschutzforum Austria hat daher bereits in dem vor zwei Jahren verlegten Fachbuch „Brandschutzmanagement – neue Wege im Betriebsbrandschutz“, welches die Masterarbeit des Chefs der Grazer Feuerpolizei, Ing. Alfred Pölzl MSc, darstellt, die Schaffung eines Brandschutzgütezeichens für Betriebe vorgeschlagen. Dieses wurde vor kurzem im Rahmen der ÖQA (Quality Austria) realisiert und wir haben dabei wesentlich bei der Erarbeitung der neuen Prüfrichtlinie mitgewirkt.
Zu einem anderen Thema: Mit der Einführung eines EU-Energieausweises für alle Bauwerke werden in zunehmendem Maße neue wärmedämmende Materialien und Isolierstoffe im Bauwesen eingesetzt. Die Heizkosten können dadurch zwar reduziert, wie können jedoch derartige Wärmeverbundsysteme sicher gebaut werden? Und wie sieht es um den Brandschutz in Niedrigenergie- und Passivhäusern aus? Dies sind für den Planer und Brandschutztechniker wichtige Fragen, da der zweite Rettungsweg durch mögliche Fassadenbrände nie in Frage gestellt werden darf? Diesen interessanten Themenkreis behandeln wir erstmals Österreichweit in einem hochinteressanten Seminar im Frühjahr 2008.
In diesem Zusammenhang hat die Berufsfeuerwehr Graz in Kooperation mit dem Brandschutzforum Austria bereits am 19. September 2007 einen Naturbrandversuch an mehreren Hausfassaden im aufgelassenen Grazer Schlachthof durchgeführt, welche mit unterschiedlichen Wärmeverbundsystemen versehen waren. Die Ergebnisse dieses Großexperiments, diverse Laborversuche und Erfahrungen aus einschlägigen Brandfällen werden die Grundlagen der oben genannten Veranstaltung bilden.

Naturbrandversuch an einer Styropor-Fassade

Neben diesem Sonderseminar bieten wir jedoch auch im Jahr 2008 wieder eine breite Palette von Veranstaltungen im gesamten Bereich der Security & Safety an. Es sind dabei vor allem unsere Großveranstaltungen in Form des 8. Aprilsymposions und des 2. Brandschutztages zu nennen, aber auch bei den über 60 weiteren Seminaren gibt es so manches „Steirische Schmankerl“, welches sie sich nicht entgehen lassen sollten. Zur Qualitätssicherung in ihrem Betrieb und damit der Brandschutz nicht zur Existentfrage wird.
In diesem Sinn wünschen wir ihnen ein erfolgreiches Jahr 2008!

                                                                                       Der Präsident des Brandschutzforums Austria:

Univ.-Lektor OSR Dr. Otto Widetschek, Obersenatsrat

 
 

 

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