Am 4. Oktober 2007 fand unter reger Beteiligung (rund 170
Personen waren gekommen) und herrlichem Wetter der 1.
Steirische Brandschutztag im Grazer Seminarhotel Novapark
statt. Diese neue Veranstaltung mit anerkannten Referenten
und Fachfirmen aus Österreich versuchte den Brandschutz
einmal ganz anders zu beleuchten. Hier wurde nicht nur
theoretisiert, sondern es wurden die Dinge vor allem aus der
Sicht des Praktikers behandelt. Ziel waren keine langatmigen
Referate, sondern interessante und lehrreiche Impulsvorträge
mit Kurzfilmen, garniert mit praktischen Demonstrationen.
Und dies ist dem Vernehmen nach auch sehr gut gelungen! Die
Moderation dieses Brandschutzevents hatte in bewährter Weise
unser Geschäftsführer Ing. Rudolf Mark inne.
Über 170 Personen waren zum
1. Brandschutztag gekommen.
Innovationen am laufenden Band
Das Brandschutzforum Austria (BFA) hat sich seit seiner
Gründung neben seinem Ausbildungsauftrag vor allem auch die
Entwicklung von brandschutztechnischen Innovationen zum Ziel
gesetzt. Da wir unser Licht nicht unter dem Scheffel stellen
wollen, behandelte gerade das erste Referat, gehalten vom
Chef der Feuerpolizei Graz und Fachberater des
Brandschutzforums, Ing. Alfred Pölzl MSc, diesen
Themenkreis. Er stellte insgesamt sechs bedeutende
Innovationen vor: Das elektronische Brandschutzbuch (e
buch), eine Gruppenversicherung für Brandschutzbeauftragte
und andere Sicherheitsorgane, das erste Fachbuch über
„Brandschutzmanagement“, die wissenschaftliche
Dokumentationsreihe über das jährlich stattfindende
Aprilsymposion, die erstmals an einer österreichischen
Hochschule realisierte umfassenden Vorlesung über den
Brandschutz sowie die Erarbeitung eines
Brandschutzgütezeichens für österreichische Betriebe. Damit
ist das BFA eine der wenigen innovativen Institutionen in
Österreich auf dem Gebiete des gesamten Brandschutzes!
Die praktischen Versuche
wurden mit großem Interesse verfolgt
Vom Begrifflichen zum Begreiflichen
Wie es der Präsident des Brandschutzforums Austria, OSR Dr.
Otto Widetschek (Owid), bei der Begrüßung bereits treffend
formulierte, wurde diese Veranstaltung jedoch bewusst unter
das Motto „Vom Begrifflichen zum Begreiflichen!“ gestellt.
Oder anders ausgedrückt: Es sollte mit diesem Brandschutztag
der große Bogen von der Theorie, also der rein begrifflichen
Welt, zur Praxis, dem begreiflichen Brandschutzalltag,
gespannt werden. Theoretische Überlegungen wurden dabei
durch anschauliche, praktische Versuche ergänzt, um
bestimmte Brandschutzphänomene genauer verstehen zu lernen.
Praktische Versuche (hier
wird die Wirkungsweise einer Brandschutzmanschette
demonstriert).
Flüssigkeits- und Gasbrände
Ein Schwerpunkt in den praktischen Demonstrationen war der spannende
Exkurs in die gefährliche Welt der Gase und brennbaren
Flüssigkeiten. Dazu wurde erstmals eine Profifirma aus
Oberösterreich nach Graz eingeladen. Die Firma Fellerer hat dabei
mit Hilfe ihrer innovativen Übungsanlagen die Bekämpfung von Gas-
und Flüssigkeitsbränden an Behältern, Rohren und Manschetten sehr
anschaulich und praktisch demonstriert. Ein Auto-Übungsmodell, an
welchem Fahrzeugbrände simuliert und bekämpft werden können, war
dabei nur eines der Highlights.
Dem wohl gefährlichsten Gas, dem Azetylen, widmete man sich in
besonderer Weise. Das Brandschutzforum Austria hat erst vor kurzem
eine völlig neuartige Simulationsanlage in Zusammenarbeit mit der
Firma Naderer aus Deutschland entwickelt, welche bereits vor kurzem
in einem außerordentlich erfolgreichen Pilotseminar vorgestellt
wurde. Bei diesem Brandschutztag wurde die Anlage grundsätzlich von
Owid vorgestellt und das Thema Azetylengasflaschenbrände umfassend
behandelt.
Interessante Brandversuche und Demonstrationen an neuen
Übungsobjekten.
Simulation eines
realistischen Autobrandes.
"Gefährliches Wasser"
Ein spannender Schwerpunkt unserer Veranstaltung war die
Reaktionsfreudigkeit und damit mögliche Gefährlichkeit des
Löschmittels Wasser: Die Seminarteilnehmer konnten dabei
nicht nur die „falsche Bekämpfung“ eines Magnesiumbrandes
durch Brandrat Werner Cas erleben, sondern auch die erste
Mega-Fettexplosion, wobei 4 Liter brennendes Öl mit einem
Liter Wasser „gelöscht“ wurden. Was dabei heraus kommt, kann
auch der beiliegenden Animation entnommen werden. Vorgeführt
wurde das Experiment von HBI Ernst Ulz, der diese Anlage
auch in Eigenregie konstruiert hat.
Auf der theoretischen Seite wurden die Ursachen für die
Dampfkesselexplosion von Pruggern in der Obersteiermark, mit
insgesamt 2 Toten und 2 Schwerverletzten in allen
Einzelheiten offen gelegt. Auch eine Behälterexplosion
(ausgelöst durch Schleifarbeiten) mit 2 Toten in der Chemie
Linz, welche sogar zu einer medienrechtlichen Klage gegen
ein Vorstandsmitglied des BFA, wurde analysiert und dabei
die gefährliche Wirkung des Wassers bei metallischen,
chemischen Reaktionen erläutert.
Wichtiger Betriebsbrandschutz
Der letztgenannte tödliche Unfall unterstreicht vor allem im Bereich
des Betriebsbrandschutzes, wie wichtig die Schutzmaßnahmen bei
Heißarbeiten sind. Ein weiteres wichtiges Referat im Bereich des
betrieblichen Brandschutzes behandelte den Brandschutzplan, als
wesentliches Instrumentarium des betrieblichen Brandschutzes, aber
auch des Feuerwehreinsatzes in allen seinen Teilen. Referent war
dabei Ing. Rudolf Mark.
Hautnahe
Brandversuche
So wie sich Theorie und Praxis heute im Brandschutz- und
Feuerwehrwesen ergänzen sollen, wurde bei der genannten
Tagung auch der Bogen von der Repression zur Prävention,
also vom abwehrenden zum vorbeugenden Brandschutz gespannt.
Die interessierten Teilnehmer erlebten hautnah Brandversuche
an Gläsern, Manschetten und Kabeln und den Bau eines
Brandschutzschotts in allen Phasen. Den unterstützenden
Fachfirmen Promat, Profant und vor allem dem
Sicherheitstechnischen Zentrum West (Skorianz jun.) soll
auch auf diese Weise der Dank ausgesprochen werden.
Der Bau eines Brandschutz-Schotts wurde über
Video
in den Vortragssaal übertragen.
Allgemeine Danksagung
An dieser Stelle dürfen auch unsere Medientechniker Christof Oswald
und Erwin Schaupensteiner, welche alle wichtigen Brand- und
Konstruktionsphasen vom Freien auch in den Seminarraum übertragen
haben, nicht vergessen werden. Ein besonderer Dank gebührt jedoch
unserem stets aktiven EDV-Spezialisten Eckhardt Sitter, der die
medientechnische Präsentation (trotz einiger technischer Mängel)
bravourös meisterte. Schließlich wäre diese Veranstaltung nicht so
optimal verlaufen, wenn nicht das Kanzlei-Team des BFA mit
Heidemarie Schober und Isabella Prucker mit einer Riesenmotivation
an die Sache heran gegangen wäre. Den Teilnehmern danken wir für
ihre überwiegend positiven Reaktionen, aber wir werden uns auch mit
den kritischen Anmerkungen zur Verbesserung des bereits geplanten 2.
Brandschutztages im Herbst 2008 auseinandersetzen. Vielen Dank
allerseits!