EINE EINMALIGE BILDUNGSINITIATIVE

 

27 FEUERWEHRTECHNIKER im VB ausgebildet!

Der Vorbeugende Brandschutz (VB) ist seit jeher ein Stiefkind im Rahmen der Feuerwehrausbildung gewesen. An den Österreichischen Feuerwehrschulen lernen unsere Feuerwehrmitglieder zwar mit großer Perfektion das Retten und Löschen, aber das Verhindern von Bränden durch Prävention steht nur als Randnotiz auf den Lehrplänen. Dem hat nun das Steirische Landesfeuerwehrkommando eine einmalige Bildungsoffensive entgegen gesetzt.

Die Teilnehmer waren stets mit großem Interesse bei der Arbeit.
 
DENKWÜRDIGES PROJEKT
Am 25. Juni 2007 hat nun dieses wohl bedeutendste Projekt seit dem Bestehen des Landesfeuerwehrverbandes Steiermark im Bereich des Vorbeugenden Brandschutzes seinen Abschluss gefunden. Landesfeuerwehrkommandant Albert Kern konnte an diesem denkwürdigen Tag an 27 Feuerwehrkameraden die Dekrete über die erfolgreiche Teilnahme an der 1. Ausbildung zum Feuerwehrtechniker übergeben. Diese Ausbildung fand im Zeitraum von September 2005 bis Juni 2007 statt und stand unter der umsichtigen Leitung von LFR Dr. Otto Widetschek, dem ehemaligen Branddirektor der Stadt Graz.
 
EINE PROJEKTARBEIT ALS ABSCHLUSS
Im Rahmen dieser Ausbildung wurde den neuen VB-Technikern das fachliche Rüstzeug vermittelt, welches sie im Zuge von feuerpolizeilichen, baulichen und gewerberechtlichen Verfahren für eine Fachberatung auf Bezirksfeuerwehrebene befähigt. Dabei haben sie sich einer rund 200stündigen Spezialausbildung auf freiwilliger Basis, wie dies bei der Feuerwehr üblich ist, unterzogen. Diese umfassende Ausbildung hat mit der schriftlichen und mündlichen Erfolgskontrolle am 11. und 18. Juni 2007 seinen schulischen Höhepunkt erreicht. Dabei war am ersten Tag der Prüfung ein brandschutztechnisches Gutachten über ein fiktives bauliches Projekt zu erarbeiten, welches eine Woche später mit den Techniker-Anwärtern ausführlich besprochen wurde. Die Prüfungskommission bestand aus LFR Dr. Otto Widetschek, FT Dipl.-Ing. Herbert Hasenbichler und Ing. Alfred Pölzl MSc von der Feuerpolizei Graz.
LFR Dr. Otto Widetschek (rechts) und Ing. Alfred Pölzl MSc waren die Motoren für den Abschluss des gelungenen Ausbildungsprojektes. Dekretübergabe durch LBD Albert Kern (Bildmitte) an Ing. Alfred Enko MSc (rechts) im Beisein von LFR Dr. Otto Widetschek.
 
AUSGEWOGENES PROGRAMM
Im Rahmen der vorliegenden Ausbildung wurden die Themen des baulichen, technischen und vorbeugenden Brandschutzes in all seinen Teilen, vor allem für die künftige Beratungstätigkeit auf Bezirks- und Feuerwehrebene im Rahmen von Lehrgängen, Seminaren, Workshops und Fachexkursionen umfassend behandelt. Es war ein ausgewogenes theoretisches und praktisches Programm, welches durch eine unvergessliche zweitägige Fachexkursion nach Linz ergänzt wurde.

Die Teilnehmer an der Fachexkursion in die IBS Linz.

In der großen Prüfhalle der Linzer Prüfstelle.

 

Gegenstand

Zeit

Gesetze, Normen, technische Richtlinien

40 Stunden

Baulicher Brandschutz

20 Stunden

Anlagentechnischer Brandschutz

20 Stunden

Organisatorischer Brandschutz (Ausbildung zum Brandschutzbeauftragten)

32 Stunden

Brandschutzberechnungen

6 Stunden

Praxisversuche

18 Stunden

Teilnahme an Brandschutzsymposien und Fachveranstaltungen

40 Stunden

Fachexkursion

16 Stunden

Erfolgskontrolle

8 Stunden

Summe

200 Stunden

Zeittafel für die Ausbildung zum Feuerwehrtechniker im vorbeugenden Brandschutz.

 

Brunner

Ernst

OBI

BTF Magna Steyr, Graz

Domitner

Josef

Bakk./LM

FF Goritz b. R,

Donner

Emmerich

Ing./ABI

BFV Graz

Drobnak

Jörg

Ing., BI

FF Gleisdorf

Enko

Alfred

Ing. MSc/HBI

BTF AVL, Graz

Fladerer

Erich

Ing./OBI

FF Fürstenfeld

Fuchs

Harald

FT

BTF LKH Graz West - UKH Graz

Grosleitner

Jürgen

Ing.OBI

FF Selzthal

Höller

Robert

BI

FF Ehrenschachen

Jakob

Peter

BI d.F

FF St. Radegund

Jeran

Christian

Ing./HBI

FF Bruck a. d. Mur

Leitgeb

Otto

BM

BF Graz

Maicovski

Michael

FT

Feuerpolizei Graz

Mörth

Alfred

Ing./HBI

FF Kühwiesen

Müller

Wolfgang

Ing./OBI

FF Frauental

Ogris

Franz

Adir. Ing./BI d.F

FF Raaba

Pachatz

Friedrich

Ing./HBI

FF Köppling

Pessl

Gerhard

Ing./BI

FF Stallhofen

Petschauer

Franz

Ing./HBI

FF Lannach

Rinner

Wolfgang

Ing./OBI

BTF AVL Graz

Schröttner

Harald

FT

Feuerpolizei Graz

Siegmund

Alexander

Ing./OBI

FF Trofaiach

Szapas

Wolfgang

Ing./HBI

BTF LKH Graz West - UKH Graz

Ulz

Ernst

HBI

BTF LSF, Graz

Vasold

Helmut

LFR/OBR

FF Neumarkt

Wallner

Helmut

HBI

BTF Opernhaus Graz

Waltl

Wolfgang

Ing./HBI

FF Gleinstätten

Die im Vorbeugenden Brandschutz ausgebildeten Feuerwehrtechniker.

 
KÜNFTIGE SERVICELEISTUNG
Im Rahmen des Referates 3 des Landesfeuerwehrkommandos wurden diese Voraussetzungen für eine gediegene Ausbildung von Feuerwehrtechnikern im Vorbeugenden Brandschutz erarbeitet. Ziel war es, jenes Wissen zu vermitteln, welches nötig ist, um vor allem die Feuerwehrkommandanten vor Ort in allen Fragen der Feuerpolizei und des Vorbeugenden Brandschutzes zu beraten. Natürlich sollen die künftigen Feuerwehrtechniker auch die einzelnen Bezirksfeuerwehrkommandanten beim Bau von Großprojekten in Fragen des Brandschutzes beraten. Diese vom LFV initiierte Serviceleistung wird in Zukunft einen Kompetenzsprung der Feuerwehrverantwortlichen im Sinne der allgemeinen Brandsicherheit ermöglichen.
 
KERNTHEMEN
Unsere Serviceleistung soll sich anfänglich vor allem auf die wichtigsten Bereiche des VB beschränken, welche unmittelbar mit dem abwehrenden Brandschutz korrespondieren. LFR Dr. Otto Widetschek formulierte diese so genannten Kerngebiete folgendermaßen:
  Feuerwehrzonen (TRVB F 134), denn die Feuerwehr braucht Platz bei ihren Einsätzen.
  Löschwasserbedarf (TRVB F 137, TRVB F 124, TRVB F 128), denn das Wasser ist als Löschmittel nach wie vor die Nummer eins.
  Brandmeldeanlagen und Brandmeldezentralen (TRVB S 123 und TRVB S 114), welche eine schnelle Alarmierung der Feuerwehr bzw. eine gezielte Organisation des Einsatzes vor Ort ermöglichen.
  Rettungswege müssen so weit als möglich vom Brandrauch freigehalten werden, was durch Rauch- und Wärmeabzugsanlagen (TRVB S 125) möglich wird.
  Objektfunkanlagen, welche für die Funkverbindung vor allem in großen Gebäudekomplexen notwendig sind (TRVB S 159).
  Betriebsfeuerwehren, welche in größeren Betriebsanlagen immer Brandschutzgruppen und Gasrettungsdiensten vorgezogen werden sollten.
 
KOMPETENZZENTRUM IN GRAZ
Der gewaltige Lehrstoff wurde den interessierten Zuhörern im Laufe der beiden Ausbildungsjahre von über 20 Referenten unter Anwendung moderner audio-visueller Hilfsmittel dargebracht. Besonderer Dank gilt dabei den Brandschutztechnikern der Feuerpolizei Graz, welche sich in den letzten Jahren unter der Führung von Ing. Alfred Pölzl MSc bereits zu einem echten Kompetenzzentrum für den Vorbeugenden Brandschutz in der Steiermark entwickelt hat. FT Michael Maicovski war dabei der stille Organisator im Hintergrund. Neben den Genannten sollen aber auch Ing. Rudolf Mark, als selbstständiger Brandschutzexperte, sowie der Brandschutztechniker der Brandverhütung Steiermark, Dipl.-Ing. Herbert Hasenbichler und eine Reihe nicht extra erwähnter externer Fachleute, an der Spitze Herr Geschäftsführer Robert Haugeneder, Fa. Promat, genannt werden.
 
DANK AN ALLE!
Die Zusammenarbeit mit dem Landesfeuerwehrkommando (BR Erwin Heinrich), der Feuerwehr- und Zivilschutzschule Steiermark (OBR Mag. Otto Fritz) und der Berufsfeuerwehr Graz (BD SR Dr. Otto Meisenberger) war hervorragend und die Voraussetzung für den großen fachlichen Erfolg. Besonders soll jedoch die Kooperation mit dem Brandschutzforum Austria und hier mit dem Präsidenten LFR Dr. Otto Widetschek erwähnt werden, ohne welche dieses Riesenprojekt nicht auf diese reibungslose Weise durchgeführt hätte werden können. Zum Abschluss viel Glück für alle im Sinne eines in Zukunft verbesserten Vorbeugenden Brandschutzes in der Steiermark!
 

Besuch der Firma Peneder, welche Feuerschutztüren nach Maß erzeugt.

 

Ein paar Fotos

 
 
 

 

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