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EXPLOSION IM LAUGENBEHÄLTER |
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Ursache durch Expertenteam aufgeklärt! |
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Am 21. Dezember 2006 ereignete sich am Chemiepark Linz in den frühen Vormittagsstunden in einer Anlage der Agrolinz Melamine (AMI) ein dramatischer Betriebsunfall. Bei der Explosion eines Laugenbehälters wurden zwei Arbeiter getötet (Blaulicht berichtete darüber), ein Sicherungsposten wurde bei diesem völlig unerwarteten Ereignis schwer verletzt. EXPERTENTEAM WIRD AKTIV Da sich die Behälterexplosion im Nahebereich einer Ammoniakanlage ereignete, ging man ursprünglich davon aus, dass dieses explosionsfähige, giftige Gas – bei den am Kessel durchgeführten Schneidearbeiten – die Ursache des Unglücks war. Doch schon bald kamen Zweifel auf und es wurde bereits am 2. Jänner 2007 ein internationales Expertenteam zusammengestellt, um die Ursache dieser tragischen Behälterexplosion zu ermitteln. Und die Fachleute konnten nach aufwendigen Recherchen – unter anderem wurde das Behältersystem unter Laborbedingungen maßstabgerecht nachgebaut – mit einem überraschenden Ergebnis aufwarten. |
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Der Chemiepark Linz als Unglücksort (Foto APA) |
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| WAS IST „BRÜDENKONDENSAT“? | |||||||||||
| Der in der Nähe der Ammoniakanlage befindliche Behälter enthielt ein so genanntes Brüdenkondensat. Das ist im Wesentlichen Wasser mit festen und gelösten Stoffen, welche sich als Kondensierungsniederschlag in Eindampfanlagen bilden können. Im vorliegenden Fall befand sich eine geringe Konzentration von Karbonaten (etwa 1 Gramm/Liter) im vorhandenen Flüssigkeitsanteil. Karbonate sind allgemein bekannt: Diese Substanzen sind die Salze der Kohlensäure und in jedem Mineralwasser in mehr oder weniger großen Mengen enthalten. Dabei wird auch das ausperlende Kohlendioxid als Gas erzeugt, welches für das Sprudeln mineralischer Wässer verantwortlich ist. | |||||||||||
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| ABLAUF DES UNFALLS | |||||||||||
| Und so kann der Unfall auf Grund der neuen Erkenntnisse rekonstruiert werden: | |||||||||||
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CHEMISCHE REAKTION |
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| In der Fachliteratur war bisher nicht bekannt gewesen, dass eine derartige chemische Reaktion in einem mit Brüdenkondensat gefüllten Metallbehälter ablaufen kann. Man war in der Vergangenheit stets vom Grundsatz ausgegangen: Wo kein entzündbares Gas drinnen ist, kann es zu keiner Explosion kommen! Dass jedoch durch einen chemischen Vorgang des leicht alkalischen Wassers (pH-Wert etwa 8) mit dem Eisenkessel ein explosives Gas in größeren Mengen gebildet werden kann, war unbekannt. Dieser nunmehr aktuelle Wissensstand sollte jetzt durch die einschlägige Industrie als Stand der Sicherheitstechnik in ihre Planungen aufgenommen werden. | |||||||||||
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ERKENNTNISSE |
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| Für den Betriebsbrandschutz müssen jetzt die Alarmglocken schlagen. Denn dieser tödliche Arbeitsunfall zeigt einmal mehr, wie gefährlich Heißarbeiten (Schweißen, Flämmen, Löten und Schneiden) sein können. In diesem Fall waren es Schleiffunken, welche zu einer Behälterexplosion geführt haben. Und vor allem muss man in Zukunft auch die Möglichkeit einkalkulieren, dass durch eine chemische Reaktion im Behälter explosive Gase gebildet werden. Es sollte daher aus Sicherheitsgründen bei Heißarbeiten an Kesselanlagen – auch wenn sie „nur“ mit Wasser gefüllt sind – stets unter den gleichen Umständen wie bei Arbeiten mit gefährlichen Medien vorgegangen werden. Denn nur dann können wir derartige tödliche Unfälle, wie am 21. Dezember 2006 in Linz, vermeiden! | |||||||||||
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owid |
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