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LEYKAM: NICHTS DAZUGELERNT! |
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| TEUER BEZAHLT | ||||
| Ein altes Sprichwort sagt: „Man kann alles machen, nur nicht zwei Mal den selben Fehler!“. Aber gerade das ist in Neudörfl, diesem kleinen burgenländischen Dorf, nahe von Wiener Neustadt, in einem Riesenbetrieb auf der grünen Wiese geschehen. Der neue Eigentümer hat anscheinend nichts aus den fatalen Fehlern der Vergangenheit gelernt und ein wirtschaftliches Desaster in Kauf genommen. Man hat billig gebaut und dafür teuer bezahlt. Das ist die einfache Formel, durch welche diese Katastrophe in banaler Weise beschrieben werden kann. | ||||
| BEISSEN DEN LETZTEN DIE HUNDE? | ||||
| Es stellt sich nur die Frage, was die Versicherungen zu einer derartigen Situation sagen werden. In diesem Fall ist angeblich primär die Wiener Städtische zuständig. Wird der Rückversicherer vorerst ohne Probleme zahlen? Oder wird man sich in einem langwierigen Prozess über die Haftpflicht der Dienstleistungsfirma, welche den Riesenschaden durch Trennschleifarbeiten ausgelöst hat, das Geld zurückholen? Vielleicht wird aber auch der am Ort tätige Arbeiter vor den Kadi zitiert, weil er elementare Brandschutzvorkehrungen nicht eingehalten hat? Nach dem Motto: „Den Letzten beißen die Hunde!“ oder „Am Dümmsten bleibt es hängen!“. | ||||
| „IM RAUCHFANG VERHEIZT!“ | ||||
| Eigentlich könnte uns als einfachen Bürger dies alles egal sein, wenn hier nicht durch Indolenz, Schlampigkeit und grobe Fahrlässigkeit mit einem Schlag an die 100 Millionen Euro – im wahrsten Sinn des Wortes – in den „Rauchfang geschrieben“ worden wären. Denn schließlich handelt es sich um Volksvermögen, welches auf einen Schlag vernichtet wurde. Mit dem flotten Spruch „Die Versicherung zahlt´s eh!“ kann man nämlich heute keine Furore mehr machen. Oder stimmt es, dass nur bei den Kleinen gespart wird und die Großen verschont bleiben? | ||||
| SICHERHEITSDEFIZITE | ||||
| Das alles sind dumme Fragen eines noch idealistisch denkenden Menschen, der sich ganz einfach noch einen gewissen Gerechtigkeitssinn bewahrt hat. Und der sich Sorgen um unseren Brandschutz in Österreich macht. Verkümmern wir auch im Bereich der Sicherheit bald auf das Niveau einer Bananenrepublik? Man könnte es bei den anstehenden Entwicklungen im Rahmen der EU fast glauben, denn hier muss alles zentralisiert und auf einen gemeinsamen Nenner gebracht werden, wodurch unser Brandschutzstandard gerade nicht verbessert wird. Augenscheinlich ist jedoch eines: Es wird rund herum bürokratisiert, kompliziert und theoretisiert. Den zentralistischen Brüsseler Tendenzen steht jedoch in ambivalenter Weise der engstirnige Kantönligeist unserer Bundesländer gegenüber, durch welchen vernünftige Regelungen, beispielsweise im Bereich der Baugesetzgebung, bis dato verhindert wurden. | ||||
| WIE EIN HEISSER ERDAPFEL! | ||||
| Dabei ist der Brandschutz eine eminent praktische Angelegenheit. Hochtrabend könnte man von einer empirischen Wissenschaft sprechen. Aber egal, wie immer, wenn es so weiter geht, bleibt er auf der Strecke. Das ist sicher, wie das Amen im Gebet! Bald wird man wieder von einer „Höheren Kraft“ oder von nicht vorhersehbaren Ereignissen, wie im Kaprunprozess sprechen. Diese fatale Verdrängungsphilosophie hat dann zur Folge, dass – vor allem bei großen Katastrophen – die Schuldfrage, wie ein heißer Erdapfel, von hier nach dort geschoben und schließlich, wie im Prozess um den Katastrophenbrand am Flughafen Düsseldorf, ad acta gelegt wird. Weil angeblich alles so undurchschaubar und kompliziert ist | ||||
| EINE FATALE ENTWICKLUNG | ||||
| In Wirklichkeit können wir mit der Sicherheit in Megastrukturen nicht richtig umgehen. Der Mensch hat im letzten Jahrhundert in einem Anflug von Größenwahn laufend Großbauwerke und Hochhäuser errichtet, ohne sich über deren Absicherung echte Gedanken zu machen. Nach großen Katastrophen muss dann, wie jetzt im Bereich der langen Straßen- und Eisenbahntunnels, nachjustiert werden. Was nur unzureichend gelingen kann, womit jedoch das Restrisiko erhöht bleibt. Dieses müssen jedoch unsere Feuerwehren abdecken! Dadurch werden aber unsere Einsätze immer komplizierter und gefährlicher. Eine fatale Entwicklung, welche ich hier erneut anprangere. | ||||
| BRANDSCHUTZMANAGEMENT GEFRAGT! | ||||
| Bei der Firma Leykam Let´s Print ist das fast alles zugetroffen. Man hat einfach auf den notwendigen Brandschutz vergessen. Vermutlich aus Indolenz, falscher Kostenpolitik und Bequemlichkeitsgründen. Wie es in unseren Breiten halt so üblich ist! Aber wer kann es verstehen, dass nach einem bereits eingetretenen Großbrand, ein noch größeres Katastrophenereignis förmlich provoziert wird. Durch riesige Brandabschnitte, fehlende automatische Löschanlagen und mangelnden Betriebsbrandschutz. Was wir brauchen? Endlich ein sinnvolles Brandschutzmanagement für alle unsere Betriebe unter dem Motto: „Brandschutz ist Chefsache!“. Das ist die brutale Botschaft aus dem lieblichen Burgenland, welche uns durch den unglaublichen Leykam-Brand wieder in Erinnerung gerufen werden sollte! | ||||
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LFR Univ.-Lektor Dr. Otto Widetschek, Graz |
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