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"In unserer technisierten Zeit
werden immer mehr Straßen- und Eisenbahntunnel gebaut. Diese
können sehr lang und einröhrig sein und besitzen leider oft
den notwenigen Sicherheitsstandard nicht. Das Problem:
Tunnelanlagen unterliegen nicht der jeweiligen
Landesbaugesetzgebung, sondern Richtlinien, welche vom
zuständigen Bundesministerium herausgegeben werden. Darin
werden sie nicht als Bauwerke im Sinne der Baugesetze
definiert, sondern als bauliche Konstruktionen, welche eine
Verkehrsstrecke von A nach B in einem bestimmten Bereich
überdecken. Für sie hat man jedoch in der Vergangenheit - so
wie in den Tunnelanlagen von Standseilbahnen - de facto
keinerlei Brandschutzmaßnahmen vorgesehen, obwohl Experten
der Feuerwehr schon damals gewarnt hatten. Die
Katastrophenbrände im Montblanc-, Tauern und St.
Gotthardtunnel zeigten schließlich wie machtlos die
Einsatzkräfte derartigen Brandszenarien gegenüber stehen.
Nach dem Inferno von Kaprun mit 155 Toten war dann Feuer am
Dach! Man versuchte zu retten, was zu retten war. Obwohl
sich manches in punkto Sicherheit gebessert hat, sind die
Brandschutzstandards nach Ansicht vieler Brandschutzexperten
nach wie vor unzureichend". |
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Von Dr.
Otto Widetschek |
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| "Der folgende Artikel war die Grundlage zu einem Vortrag im
Rahmen der Sachverständigentage von Bad Hofgastein im Jänner 2003.
Er behandelt den interessanten Vergleich zwischen Tunnelanlagen und
herkömmlichen Bauwerken aus der Sicht des Brandschutzes. Die
Erkenntnisse sind einigermaßen überraschend und eigentlich für die
geltenden Sicherheitsstandards unserer Tunnelanlagen
niederschmetternd. Aber lesen Sie selbst:" |
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Brandschutz in Tunnels und anderen
Bauwerken |
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Das Tunnelmanifest 2002 |
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Bericht über das Tunnelmanifest |
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Kaprun: Ein "Lebensfremdes Urteil" |
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www.kaprun-tunnelkatastrophe.at |
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Prolongiertes Tunnel-Dilemma? |
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NACH FREJUS: UMFASSENDER TUNNELBRANDSCHUTZ
GEFORDERT! |
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Einröhrige
Tunnelanlagen als baulicher Sündenfall – Knackpunkt Flucht-
und Rettungswege – Automatische Löschanlagen und
Betriebsfeuerwehren ein Gebot der Stunde – Transport
gefährlicher Güter ein Problemfall für sich! Graz (ots)
– Der Brand im Frejus-Tunnel in der Nacht von Samstag auf
Sonntag hat erneut die große Problematik von Tunnelbränden
gezeigt. Vor allem einröhrige Tunnelanlagen im
Straßenverkehr, aber auch im Eisenbahnbereich, stellen im
Brandfall die Feuerwehr und alle anderen Hilfskräfte vor
fast unlösbare Aufgaben. |
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| „Derartige Tunnel sind auf
Grund der fehlenden sicheren Flucht- und Rettungswege eine
Art gespannte Riesenfalle, die dann zuschnappt, wenn
bestimmte Parameter wirksam werden“, sagte der bekannte
Tunnelexperte Univ.-Lektor Dr. Otto Widetschek in einem
Informationsgespräch des Grazer Brandschutzforums vor
Fachleuten in der Steirischen Landeshauptstadt. Diese
Bauwerke sind seit jeher der größte Sündenfall der
Tunnelplaner gewesen und müssen, seiner Meinung, so rasch
als möglich saniert werden. Als derzeit gefährlichsten
Straßentunnel Österreichs bezeichnete Widetschek in diesem
Zusammenhang den über 8 km langen, einröhrigen
Gleinalmtunnel in der Steiermark. |
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„Der Tunnelbrandschutz muss endlich als
umfassendes Konzept gesehen werden“, sagte der Referent. Mit
Rumpelstreifen, besserer Beleuchtung und verstärkten
Lüftungsanlagen habe man zwar in den letzten Jahren einiges
an Sicherheit erreicht, es werden sich jedoch alleine
dadurch in Zukunft größere Tunnelkatastrophen nicht
vermeiden lassen. Wichtig wäre es, die Flucht- und
Rettungswege weiter zu verkleinern, automatische
Löschanlagen zu installieren sowie eigene
Betriebsfeuerwehren in bestimmten Autobahnmeistereien und
Tunnelwarten einzurichten. |
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| Ein besonderes Augenmerk muss
auch dem Transport gefährlicher Güter zugemessen werden. Im
Straßenverkehr steht aus der Sicht der Feuerwehren die
Identifizierung der transportierten gefährlichen Substanzen
mit automatischen Erkennungssystemen im Vordergrund. Denn
nur mit der Forderung von Begleitfahrzeugen, die in manchen
Fällen sogar kontraproduktiv gesehen werden muss, kann ein
Chemieunfall nicht wirkungsvoll verhindert werden. |
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In langen,
einröhrigen Eisenbahntunnelanlagen stellen Brände von
Kesselwaggons mit brennbaren Flüssigkeiten, Gasen und
toxischen Substanzen einen Albtraum dar, mit welchem man
sich in Zukunft ebenfalls intensiver befassen wird müssen.
Nicht nur Brände, sondern auch Chemieunfälle in
Tunnelanlagen sind also heute als Unfall- und
Katastrophenszenarium zu diskutieren! Auch daraus folgt: Die
Tunnelsicherheit ist ein komplexes Problem, welche nur durch
umfassende Konzepte realisiert werden kann! |
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Redakteur Ing. Rudolf Mark,
mark@brandschutzforum.at,
Fotos: DPA und afp |
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